Tattoo-Stile

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Japanische Tattoomotive

Inhaltsverzeichnis

Tanuki:

Tanuki sind Tierwesen, die in Europa eher selten anzutreffen, in Japan dafür aber umso häufiger. Sie sind auch als Marderhunde bekannt und haben in der japanischen Mythologie einen festen Platz. Früher, in alten Legenden, wurden Tanuki als böse und gefährlich dargestellt. In manchen Sagen wurden ihnen die Eigenschaften eines Tricksters zugesagt – dass sie ihre Opfer töten und dann durch einen Wechsel ihrer Gestalt deren Platz einnehmen. Generell wurden Tanuki zu früheren Zeiten als betrügerisch und mit gottähnlicher Macht, denn sie können die Realität nach ihrem Belieben umgestalten, charakterisiert.

Die moderne Auffassung über Tanuki hat sich allerdings zu einem positiven Bild gewandelt. Ausschlaggebend für diesen Perspektivwechsel ist eine Legende, die besagt, dass ein Tanuki sich in einen Teekessel verwandelt hat, sodass ein armer alter Mann diesen verkaufen konnte. Allerdings muss der verwandelte Tanuki fortan jedes Mal Qualen erleiden, wenn der Teekessel zum Wasserkochen genutzt wird. Aufgrund dieser Geschichte werden Tanukis nun als sehr gutmütig und glücksbringend aufgefasst.

Charakteristisch für Tanuki sind ihre übergroßen Hoden. Diese sind ein Zeichen für Glück und Wohlstand, weshalb sie auch gerne vor Eingängen von Restaurants oder Geschäften anzutreffen sind. Doch sollte ein Tanuki wütend werden, scheut er nicht davor zurück, seine gewaltigen Hoden auch als Schlagwaffen einzusetzen.

Daruma:

Durchhaltewillen und Motivation: Diese Eigenschaften verkörpert in Japan der weitverbreitete Glücksbringer Daruma. Dies ist eine kleine Figur aus Pappmaché, üblicherweise in den Farben Rot und Weiß. Sie besitzt weder Arme noch Beine und hat weit aufgerissene Augen.

Diese Darstellung lässt sich auf eine alte Legende zurückführen, in welcher ein buddhistischer Mönch namens Daruma neun ganze Jahre lang vor eine Felswand meditiert hat. Da für eine Meditation weder Arme noch Beine benötigt werden, fehlen sie auch den kleinen Papp-Daruma. Während seiner langen Meditation soll Daruma allerdings einmal eingeschlafen sein und aus Zorn über seine Disziplinlosigkeit, schnitt er sich beide Augenlider ab – daher haben Daruma-Figuren so weit aufgerissene Augen.

Daruma sind auf dem Boden mit einem kleinen Gewicht beschwert, so stellen sie sich immer wieder auf, wie ein Steh-auf-Männchen. Diese Eigenschaft hat eine positive und motivierende Symbolik: immer wieder aufstehen, niemals aufgeben. Interessanter ist hingegen die traditionelle Nutzung der weit aufgerissenen Augen: Der Besitzer eines Darumas malt zunächst das linke Auge aus, welches seinen Wunsch oder Ziel symbolisieren soll. Ist der Wunsch in Erfüllung gegangen oder das Ziel erreicht, wird das rechte Auge ausgemalt. So erinnert ein Daruma einen stets daran, sein Ziel im Auge zu behalten, durchzuhalten und nie seine Motivation zu verlieren.

Drachen:

In Japan gilt der Drache als eines der mächtigsten und schönsten Wesen überhaupt. Drachen sindsehr vielfältige Wesen, weswegen auch viele verschiedene Eigenschaften mit ihnen verknüpft werden, etwa Mut, Familie, Schutz, Schönheit. Daher kann seine Symbolik auch darin variieren, wie er dargestellt wird. Schlängelt sich der Drache etwa um ein Schwert und durchbohrt den Betrachter mit seinem Blick, steht er vor allem für Kraft und Ausdauer. Wird er fliegend über Wolken dargestellt,vertritt er den symbolischen Charakter der Freiheit. Interessanterweise werden Drachen als Wassergottheiten gesehen. Dies hängt mit ihrer Herkunft zusammen, denn ursprünglich sind Drachen einmal Kois gewesen, die einen Fluss so lange hinaufschwammen, bis sie das Drachentor erreichen und sich daraufhin in einen Drachen verwandeln.

Charakteristisch für die traditionell japanische Darstellung von Drachen sind das Fehlen von Flügeln und ein schlangenähnlicher, dynamischer Körper. Er hat üblicherweise zwei sehr lange Barthaar vorne an der Schnauze und einen länglichen Kopf. An seinen Füßen befinden sich nur drei Zehen mit äußerst lange, adlerähnliche Krallen.

Koi

Koikarpfen haben in der japanischen Mythologie einen hohen Stellenwert. Schließlich sind sie das Ursprungswesen, aus welchem sich Drachen entwickeln können. Hierfür muss der gelbe Fluss mit all seinen Wasserfällen bis zu seinem Ende bezwungen werden, denn dort an dessen Ende befindet sich das legendäre Drachentor. Nur ein besonderer Fisch kann es schaffen, diese Anstrengung auf sich zu nehmen und zu überwinden – der Koikarpfen.

Aus diesem Grund werden mit Kois sehr heroische Charakteristika verknüpft, etwa Mut, Stärke und Durchhaltevermögen. Ein Koi ist in der Lage, jedes Hindernis zu überwinden und vor keiner Herausforderung zurückzuschrecken. Ziele, die er sich gesetzt hat, wird er mit viel Disziplin auch erreichen. All dies sind Werte, die in der japanischen Gesellschaft einen hohen Stellenwert haben und somit ist es auch wenig verwunderlich, dass der schillernde, elegante Fisch eines der wichtigsten Motive der japanischen Mythologie ist.

Kirschblüte:

Kirschblüten sind auf vielen verschiedenen Ebenen wahre Klassiker im japanischen Raum seit hunderten von Jahren. Die Bedeutungen, die sie dabei innehaben, sind daher ebenso vielfältig. Wenn im Frühling die Kirschbäume blühen, beeindrucken sie mit einer farbigen Blütenpracht. Deswegen wird mit Kirschblüten häufig „Schönheit“ verbunden – doch die Kirschblüten erinnern auch an die Vergänglichkeit von Schönheit, denn die Blüten blühen nicht ewig und die Augenweide ist nur von kurzer Dauer.

Doch auch schwerere Symboliken werden mit den Kirschblüten verknüpft, etwa der Tod. Kirschblüten werden auch als Repräsentanten des Lebens eines Samurai gesehen – dieser musste stets mit dem Tod rechnen. Aufgrund dieser Tatsache konnte ein Samurai keine längerfristigen Pläne verfolgen und kostete jeden Moment seines Lebens voll aus. Ein zu Boden fallendes Kirschblütenblatt steht daher für einen Samurai, der im Kampf gefallen ist.

Eine wundervoll aufblühende Kirschblüte kann auch für einen Neuanfang und Hoffnung stehen. Da ein in voller Blüte stehender Kirschbaum von großer Intensität und Lebendigkeit zeugt, wird mit ihm Optimismus und die Zuversichtlichkeit der Zukunft verknüpft.

Schildkröten:

Ein nicht ganz so häufig anzutreffendes, aber dennoch sehr schönes und tiefsinniges Symbol ist die Schildkröte. Der Gott der Weisheit und des Glücks Fukurokuju wird in Japan unter anderem stets mit einer Schildkröte in Begleitung dargestellt. Sie steht für ein langes Leben. Im Detail bedeutet die Schildkröte für Japaner, dass auch in alten Tagen ein glückliches Leben gelebt werden kann. In japanischen Gärten kann man an den Seen und Teichen oft kleine oder große Schildkrötenfiguren aus Stein finden. Manchmal ist sogar der Teich selber dem Umriss einer Schildkröte nachempfunden.

Shachi:

Ein besonderes Wesen, das in der älteren japanischen Mythologie anzutreffen ist, ist der Shachi. Dies ist ein großer Fisch, der den Kopf eines Tigers haben soll. Gelegentlich findet man Shachi als Dachornamente an Burgen und Gebäuden der Edo-Zeit. Grund für diesen für einen Fisch doch eher ungewöhnlichen Ort ist, dass dem Shachi die Fähigkeit Wasser zu spucken zugeschrieben wird. Im Falle eines Brandes hofften die Japaner, der Fisch würde die Feuersbrunst mit einem Wasserstrahl bekämpfen und so das Gebäude retten. Daher gilt der Shachi als ein Wächtersymbol gegen Feuer. Dargestellt wird in der Regel am Rande des Dachfirsts verbissen, die Schwanzflosse stolz in die Luft gereckt.

Schlangen:

Schlangen haben in diversen Kulturkreisen häufig nicht sehr sympathische Wesenszüge, so auch in der japanischen Mythologie. Legenden erzählen davon, wie sich Schlangengötter in Männer verwandeln, um unerkannt an der Seite einer Ehefrau zu leben. Darin offenbart sich auch eine gewisse erotische Symbolik, die mit der Schlange verknüpft wird. In neueren Legenden ist davon die Rede, dass enttäuschte Liebe oder starke Eifersucht zu einer Wiedergeburt als Schlange führen kann – ein Schicksal, das laut Legende vor allem Frauen ereilt.

Andererseits ist die Schlange der Begleiter der Glücksgöttin Benzaiten, die wiederum stark in Verbindung mit der Drachenmythologie steht. Doch auch Benzaiten wird ein sehr eifersüchtigerCharakter zugeschrieben, weshalb Männer und Frauen ihre Schreine nicht gemeinsam aufsuchen sollten.

Chrysantheme:

Chrysanthemen sind die Nationalblume Japans. Aufgrund ihrer Form steht sie für die Sonne, welche auch auf der japanischen Nationalflagge zu finden ist. Was sie zusätzlich zu einer symbolträchtigen Blüte macht, ist, dass mit ihr die Unsterblichkeit verbunden wird. Denn die Chrysantheme, japanisch auch Kiku, blüht dann, wenn alle anderen Blumen bereits verblüht und verwelkt sind. Daher gehört die Chrysantheme auch zu den kaiserlichen Symbolen, denn sie vereint mächtige Symboliken: Der Bezug zur Sonne und damit zur Sonnengöttin und die Unsterblichkeit. Der Thron des Kaisers hieß daher auch „Chrysanthementhron“ und der Palast „Chrysanthemenpalast“. Als Nationalblume ist sie auch ein symbolisches Staatswappen – die Chrysantheme ist daher sogar auf dem Deckblatt japanischer Pässe.

Frosch:

Eines der zahlreichen Glückssymbole in Japan ist der Frosch, auf Japanisch Kaeru. Grund für diese Symbolik ist ein Wortspiel mit seinem Namen. Denn Kaeru bedeutet nicht nur „Frosch“, sondern auch „zurückkehren“. Daraus entstanden dann diverse Redewendungen wie buji ni kaeru, auf Deutsch „Komm unversehrt zurück“ oder fuku kaeru – „Glück kehre zurück“. Eine Froschfigur ist daher auch stets ein nettes Geschenk – natürlich niemals ein lebender Frosch, das wäre ein Tabu. Viele Leute in Japan besitzen kleine Accessoires wie Schlüsselanhänger oder Schmuck mit Froschsymboliken. Der Frosch besitzt zwar keine tiefgehende, schwere Bedeutung oder eigene mystische Legenden, doch vielleicht macht gerade seine leichte, positive Symbolik ihn so beliebt in der japanischen Bevölkerung.

Phönix:

Phönixe gelten in Japan als heiligster aller Vögel. Er ist nicht gewalttätig und verletzt niemanden, der Phönix ernährt sich ausschließlich von Bambussaaten. Sein Körperbau erinnert abstrakt an den eines Drachen durch seinen langen Hals und seine schuppenähnlichen Federn, daher wird er gelegentlich auch als Zwilling des Drachen aufgeführt. Kennzeichen des Phönix sind seine gewaltigen und imposanten Schwanzfedern. Phönixe sieht man nach der Legende nur sehr selten, aber wenn, dann erhebt er sich aus östlicher Richtung und fliegt Richtung Sonne. Ab dem Moment, in dem der Phönix sich erhebt, schweigt die gesamte Natur – kein Windhauch, kein Vogelgezwitscher, kein Insektensummen. Daher symbolisiert der Phönix in der japanischen Mythologie Frieden, vor allem nach einer aufregenden Zeit.

Populär ist in sämtlichen Kulturen, auch der japanischen, die Fähigkeit des Phönix, im Feuer zu sterben und sich dann erneut aus der eigenen Asche wieder erhebt. Daher steht der Phönix auch für Wiedergeburt und Triumph.

Hannya:

In japanischen Legenden und Fabeln trifft man oft auf verschiedene Dämonen. Nicht zwangsläufig müssen diese alle böser Natur sein, es gibt auch gutartige Dämonen. Ein, etwa auf Tätowierungen häufig anzutreffender Dämon ist Hannya. Hannya war der Legende nach eine junge Frau, die sichunsterblich in einen Mann verliebte. Ihre starken Empfindungen wurden allerdings nicht erwidert, sodass ihre Verliebtheit umschlug in Wut, Hass, Eifersucht, Enttäuschung und Rache. Ihre Emotionen veränderten Hannya, sie wurde zu einem Dämon, der bis heute sein Unwesen treibt. Das Antlitz des Dämons zeichnet sich durch aufgerissene Augen und große – zumeist goldene – Reißzähne aus. Besonders auffällig sind zudem die großen Hörner auf der Stirn, welche in der Regel ebenfalls golden sind.

Tiger:

Interessanterweise sind Tiger ein relativ geläufiges Motiv in der japanischen Kultur. Interessant deswegen, da Tiger in der freien Natur in Japan eher weniger anzutreffen sind. In früheren Darstellungen sahen die Proportionen gemalter Tiger entsprechend abenteuerlich aus, da die Japaner teilweise keine Vorstellung von dem echten Tier hatten. Durch das Überschwappen chinesischer Malereien wurden die undefinierten Vorstellungen dann korrigiert, sodass der Tiger bis heute seinen festen Platz in Tätowierungen und Holzschnitzereien hat. Die Geschichten besagen, dass Tiger den Wind kontrollieren und die Menschen vor Dämonen, Pech und Krankheit beschützen würden. Dementsprechend heroisch sind die mit dem Tiger verknüpften Attribute: Stärke und Dominanz selbstverständlich, aber auch Sensibilität und liebevolles Verhalten denen gegenüber, die ihm wichtig sind, zeichnen den Tiger aus.

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