Tattoo-Stile

Tattoo-Stile

Japanische Tattoos

Es gibt viele verschiedene Tattoo Stile. Doch insbesondere mit der Definition des japanischen Stils tun sich die meisten Tätowierer schwer – sich selbst dort einzugliedern und zuzuordnen ist nicht einfach, denn man möchte sich weder mit fremden Federn schmücken, noch jemandem nicht den nötigen Respekt zollen.

Dazu muss man verstehen, dass die Geschichte des Tätowierens und auch ihr Kult in Japan eine Art heiliger Prozess ist – der Respekt vor dem Künstler und seiner Arbeit steht im Vordergrund. Der Künstler entscheidet, was er tätowiert, was zu wem passt, welches Motiv zum Ausgleich für ein anderes gestochen wird. Der Mensch ist seine Leinwand. Hat ein Künstler eine Arbeit begonnen, darf sie von niemand anderem fertiggestellt oder verändert werden. Alles andere wäre in höchstem Maße respektlos.

Wer also hier in Deutschland lebt und als Tätowierer arbeitet und den japanischen Stil - egal ob Old School oder New School – verehrt und seine Motive und Hintergründe verwendet, der wird dank seiner Begeisterung für diesen Stil eben so viel Respekt vor den japanischen Künstlern haben und keinem von ihnen zu nahe treten wollen. Demut und Respekt sind wesentliche Bestandteile des japanischen Stils.

Im Old School Stil wurde nur mit drei verschiedenen Schattentönen gearbeitet. Tätowierungen bei Frauen hatten nicht zwangsläufig Hintergründe – die von Männern immer. Typische Hintergründe sind und waren Wolken oder Wasser. Dabei ist bei Bildern immer das Wasser unten und die Wolken oben – wie in der Realität. Wasser wird jedoch grau dargestellt und nicht blau.

Das realistische Tätowieren von heute war mit der damaligen Teborimethode nicht möglich. Zuerst wurden die Konturen mit Tinte frei Hand auf die zu tätowierende Körperpartie aufgezeichnet. Dann kam ein Werkzeug zum Einsatz, das auf den ersten Blick einem Stock glich und oft aus Bambusholz geschnitzt wurde. An einem Ende wurden Metallnadeln mit Hilfe von Seidenfäden festgebunden. Je nach Motiv und persönlicher Arbeitstechnik des Künstlers kamen hierfür zwei bis zehn Nadeln zum Einsatz. Dieser Stock wurde in der rechten Hand gehalten, ein Schwamm mit Tinte zwischen die Finger geklemmt. Die Nadeln wurden gegen den Schwamm gedrückt, um die Tinte aufzunehmen. Nun wurden die farbbefüllten Nadeln gleichmäßig auf den vorgezeichneten Linien in die Haut gestochen bzw. eingeschlagen.

Die Bilder, die hierbei entstehen, haben wenig Tiefe und wirken flach, sie haben maximal 2 Ebenen. Beispiele für Old School Künstler:Hanning, Pino Cafaro, Hori Ren, Horikazu, Horiyoshi, Alex Ramike, Phillip Leu,Hori Kashi, Ron Couper, Makoto Horomatsu, Horitada

1891 erfand der Amerikaner O´Reilly die erste elektrische Tätowier Maschine. Die Maschinentechnik des Westens fand ihren Weg nach Japan und so veränderte sich auch dort das Tätowieren grundlegend.

Der erste Japaner, der begann, Linien mit einer Spule zu tätowieren, war Herioshi III. Somit gilt er als erster New School Tätowierer. Das Tätowieren mit Spule hatte viele Vorteile, so konnte man den Bildern nun mehr Tiefe und Dreidimensionalität geben, mit mehr Farben arbeiten und bis zu 8 Ebenen erstellen. Beispiele für New School Künstler: Shige, Hide, Chris Crooks, Kalle Kosum…?, Johann Fenine?, Bill Canares, Fabio Goughlio?, Hori Moc, Elltion Wallis?, Xiao Peng, Tomo.

Es gibt auch hoch moderne Tätowierer, wie z.B: Shige – er verwendet kaum Linien und viele Hintergründe.

Ein japanischer Tätowierer vermischt grundsätzlich keine Elemente aus verschiedenen Jahreszeiten – eine Kirschblüte aus dem Sommer würde zum Beispiel nie mit einem Herbstmotiv wie dem Ahorn kombiniert werden.

Die Reihenfolge ist festgelegt: erst die Linien, dann die Schattierung. Viele bevorzugen das Lining komplett in einem Stück zu tätowieren. Körperlich betrachtet wird zuerst der Rücken tätowiert, ist er fertiggestellt geht es Körperteil für Körperteil weiter. Das Hauptmotiv befindet sich aber auf dem Rücken. Bei der Auswahl des Motivs achtet der Tätowierer darauf, dass es zum Charakter des Menschen passt. Ein eher ruhiger Mensch bekommt tendenziell also ein aggressiveres Motiv. Zusätzlich wird darauf geachtet, dass Ying und Yang im Einklang bleiben – sprich jedes Motiv ein anderes zum Ausgleich hat. Zusätzlich soll jedes Bild insgesamt ausgeglichen und symmetrisch sein.

Die meisten japanischen Künstler orientieren sich bei ihren Motiven an Hokusai. Katsushika Hokusai lebte vermutlich von 1760-1849. Er war japanischer Maler und einer der bedeutendsten Vertreter des Ukiyo-e-Genres. Er stellt auch Holzschnitte her. Seine Motive reichten von der Darstellung kämpfender Samurai bis hin zu erotischen Szenen. Seine bekanntesten Bilder stellen allerdings die Natur und Landschaften dar. Hokusai machte den Begriff Manga (etwa zwangloses/ungezügeltes Bild) populär, der noch heute für japanische Comics verwendet wird.

Die große Welle vor Kanagawa (Katsushika Hokusai)

 

Die große Welle vor Kanagawa

Beliebte japanische Tattoomotive in der japanischen Tätowierkunst sind neben der Natur die 107 Helden/Suikoden aus japanischen Groschenromanen, aber auch Helden und Monster japanischer Mythen und Sagen, wie zum Beispiel die Yokai. Die Yokai sind gerne für die Kindererziehung genutzt worden, waren im klassischen Sinne aber gar keine Monster. Ihre Rolle hat sich quasi verselbstständigt. 

Wer ein Tattoo im japanischen Stil möchte, sollte sich nicht nur mit der Geschichte des japanischen Stils auseinandersetzen sondern auch respektieren, dass kein Künstler respektlos sein möchte. Um den passenden Künstler zu finden sollte man sich seine bisherigen Arbeiten ansehen und entscheiden, welche Regeln der alten japanischen Tätowierkunst man eingehalten wissen möchte und welchen Grad vom Modernität man für sein eigenes Motiv anstrebt – Respekt und Demut nicht zu vergessen.

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